Projekt-Konzeption
aus projekt.editionswissenschaft.net, der freien Wissensdatenbank
Die im Aufbau befindliche Plattform editionswissenschaft.net ist geplant als WWW-Community-System für Editionswissenschaftler. Zur Vorbereitung auf die Plattform wurde projekt.editionswissenschaft.net eingerichtet.
Inhaltsverzeichnis |
Zusammenarbeit im WWW
Editionswissenschaft im WWW
Im WWW existieren bereits eine ganze Reihe von Homepages zum Thema neuphilologische Edition, hier sind vor allem textkritik.de zu nennen und die inzwischen inaktive Seite des Graduiertenkollegs Textkritik sowie die Homepage der Arbeitsgemeinschaft philosophischer Editionen. Die meisten noch aktiven Angebote zu wissenschaftlicher Edition widmen sich vor allem einem bestimmten Editionsprojekt wie etwa hypernietzsche.org, gottfriedkeller.ch, Grimmnetz, hoelderlin.de, das Heinrich-Heine-Portal, die Online-Edition der Jean-Paul-Exzerpte, um hier nur einige zu nennen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Digitalisierungsprojekte im WWW, die primär wissenschaftlichen und konservatorischen Zwecken dienen. (Eine recht gute Linkliste finden Sie auch unter Gst.Litwiss.)
Diese Internet-Projekte dienen vor allem der Kommunikation dieser Initiativen nach außen. Unter den genannten kann lediglich hypernietzsche.org als regelrechte Gemeinschaftsunternehmung einer (geistes)wissenschaftlichen Online-Community gelten, gottfriedkeller.ch und mediaevum.de verfügen jeweils über ein Forum.
Unter den wichtigen editionswissenschaftlichen Institutionen im WWW sind ferner zu nennen:
- Master-Studiengang Editionswissenschaft an der FU Berlin
- Forschungsschwerpunkt Editionswissenschaft an der Universität Basel
Was der allgemeinen neuphilologischen Editionswissenschaft bislang fehlt, ist eine zentrale Homepage für Austausch, Diskussion und Information. editionswissenschaft.net soll diese Lücke schließen.
Freie Kooperation im WWW
Vorbilder
Dieser Tage ist viel die Rede von "Social (Web-)Applications", welche im Zusammenspiel mit neueren Entwicklungen in der Web-Programmierung das Internet auf eine neue Ebene "Web 2.0" (vgl. Web2.0-Konferenz) bringen sollen. Die Technologien für Online-Kooperation sind bereits seit längerem bekannt und erprobt. Bewährte Konzepte wie Foren, Wikis (vgl. Wikipedia) oder Community Blogs (vgl. etwa Slashdot) basieren mittlerweile auf größtenteils weit entwickelter und gut getesteter Open-Source-Software. Neuere Social Web-Applications wie Flickr und del.icio.us bieten heute umfangreiche Möglichkeiten, Informationen wie Bilder oder Internet-Lesezeichen mit anderen zu teilen - kostenlos durch einfache Registrierung. Online-Kooperation muß nicht ausschließlich WWW-öffentlich stattfinden, wie sog. Groupware-Systeme zeigen, mit denen sich Arbeitsgruppen, Organisation und Unternehmen (als WWW-weites "Intranet") organisieren und austauschen.
Online-Kooperation hat sich in dieser Zeit als erfolgreich erwiesen. Insbesondere Projekte wie Wikipedia haben gezeigt, daß die Möglichkeit zu freiem Austausch von Wissen und Meinungen auf zentralen Seiten im WWW enorme Produktivität entfalten kann. Die jüngste Qualitätsdebatte und die damit verbundenen Rechtsstreitigkeiten sind hier eher Anlaß zum Nachdenken über Sicherungsmaßnahmen und Mechanismen der gegenseitigen Qualitätskontrolle in der Community als Grund zur Entmutigung.
Konzept
editionswissenschaft.net wird ein kooperatives Fachportal sein.
Die Technologie soll hierbei nicht im Vordergrund stehen, sondern als leicht bedienbares Mittel den Prozeß des gemeinschaftlichen Forschens, des Austausches, der Diskussion und der produktiven Kooperation fördern. Sie soll nicht als Repräsentation eines Projekts oder einer bestimmten Gruppe dienen, sondern als (möglichst) offenes Forum und Informationsportal dienen.
Der Leitgedanke ist bestimmt durch das Open-Access-Prinzip. Wer an editionswissenschaft.net teilnimmt und dort Beiträge veröffentlicht, stellt Inhalte für wissenschaftliche Verwendung WWW-öffentlich zur Verfügung und zur Diskussion.
Das elektronische Medium ermöglicht nicht nur einen schnelleren, sondern auch einen direkteren Austausch zu Einzelfragen mit vielen Beiträgern. Auf einem Forum etwa können Fragen ganz anders gestellt werden als in einem Artikel in einem Print-Periodikum.
Kooperative, offene Systeme gestalten den wissenschaftlichen Austausch öffentlich, in Teilen für alle Interessierten einsehbar und gleichzeitig sicherer als etwa Mailing-Listen.
editionswissenschaft.net ergänzt die gewohnte Fachkommunikation in Artikeln und auf Tagungen um ein von allen Teilnehmern des Projektes gemeinsam verfaßtes Online-Angebot.
Die insgesamt örtlich sehr verteilte "Szene" der Editionswissenschaft kann sich auf diese Weise einen Platz im WWW schaffen, an dem Informationen über laufende Projekte, Tagungstermine, Projektskizzen und aktuelle Ereignisse bekannt gemacht und diskutiert werden können.
Insbesondere jüngere Interessierte können hier einen erleichterten Einstieg in die Diskussion über editionswissenschaftliche Themen finden. Durch das Anlegen von persönlichen Nutzerprofilen, etwa mit Interessenschwerpunkten und Kontaktdaten, kann sich eine vernetzte wissenschaftliche Community bilden. Das System wird so konfiguriert werden, daß bestimmte Daten, etwa E-Mail-Adressen usw. nur für registrierte Nutzer sichtbar sind.
Geplant ist, das Fachportal internationalisiert zugänglich zu machen, d.h. zumindest die zentralen Seiten sollten in mehrere Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch) übersetzt werden. Obwohl sich vmtl. als übliche Verkehrssprache Deutsch durchsetzen wird, ist es grundsätzlich jedem Teilnehmer freigestellt, Inhalte in seiner Muttersprache einzustellen (ggf. mit Übersetzung).
Erfolgsfaktoren
Ob das Projekt ein Erfolg wird, ist von einer Reihe von Faktoren abhängig, die letztlich die Attraktivität des Angebots für Internet-Nutzer ausmachen:
- Technische und Design-Faktoren: Die Plattform muß einfach und schnell zu bedienen sein, für Leser und Beiträger. Dabei sollte sie ansprechend, aber nicht überladen gestaltet sein.
- Inhalt: Die Plattform muß attraktive Angebote zur Information und zur Diskussion machen, damit sich der Besuch für Internet-Nutzer "lohnt". Zu diesem Zweck sollte sich eine Gruppe zusammenfinden, die sich für die ständige Aktualisierung und Ergänzung bestimmter Inhaltsangebote bereit findet, etwa Terminankündigungen, Tagungsberichte und Interviews, Projekte-Updates.
Auf dem Forum können Sie mehr zu den Erfolgsfaktoren erfahren und weitere Aspekte ergänzen!
editionswissenschaft.net
Das Fachportal editionswissenschaft.net wird Wissenschaftlern und Interessierten die Möglichkeit bieten, sich mit diversen Online-Werkzeugen orts- und zeitunabhängig auszutauschen, Fragen zu diskutieren, Ergebnisse zu präsentieren, Projekt-Konzepte zu entwickeln und - nicht zuletzt - sich kennen zu lernen und zu vernetzen.
Die Funktionalität auf editionswissenschaft.ent wird von Blog, Kommentierung von Artikeln über Foren bis hin zu Wiki-ähnlichen Funktionen reichen (vgl. Technik).
Jedermann kann sich selbst registrieren und sofort inhaltlich zur Diskussion beitragen. Die Möglichkeit, eigene "Vollbeiträge" zu veröffentlichen und die Nutzung erweiterter Funktionen werden aus Sicherheitsgründen nur für Nutzer freigegeben, die sich mit ihrem realen Namen registrieren. Die Administration versteht sich hierbei nicht als "Redaktion", welche die Qualität der eingehenden Beiträge begutachtet und sichert, sondern stellt lediglich die Plattform bereit, erteilt ggf. Support, verwaltet die Benutzerrechte und achtet im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf die Sicherheit und rechtliche Unbedenklichkeit des eingestellten Contents. (vgl. Anmerkungen zu Administration, Inhalte und zu rechtlichen Aspekten).
Das Projekt editionswissenschaft.net ist wissenschaftlich orientiert, jede kommerzielle Nutzung der Plattform ist ausgeschlossen.
Warum "editionswissenschaft.net"?
Die Wahl des Projekttitels und der WWW-Domain war einerseits pragmatisch bestimmt durch die Voraussetzungen. So existiert unter textkritik.de bereits die prominente Homepage des Instituts für Textkritik und editionswissenschaft.de war bereits reserviert. Eine Konkurrenz zu anderen Projekten sollte ausgeschlossen werden. Zum anderen drückt der Name der Domain einen wichtigen konzeptionellen Gehalt des Projekts aus. "Editionswissenschaft" wird als ein übergeordneter Begriff für wissenschaftliche Betätigungen und Initiativen im Zusammenhang mit der kritischen Herausgabe von Texten verstanden. Der "kleinste gemeinsame Nenner" soll eine Basis (oder zumindest kein Hindernis) für die Kooperation eines möglichst großen Kreises von Wissenschaftlern in Sachen Editionswissenschaft und Textkritik bilden. Die Endung ".net" steht sinngemäß für "Vernetzung" und soll - ähnlich wie germanistik.net - die Reichweite der Plattform gezielt auf eine internationale Ebene bringen.
Inhaltliches Profil
"Editionswissenschaft" ist ein weit gefaßtes Betätigungsfeld. editionswissenschaft.net wird diesen Bereich nicht unnötig beschränken - Beiträge aus allen Bereichen der Disziplin bzw. den Nachbardisziplinen sind willkommen. Das Spektrum der gewünschten Beiträge erstreckt sich über den neuphilologischen und bibliographischen Bereich auch in die Geschichts-, Musik-, Kunst-, Medien-, Bibliotheks- und Archivwissenschaft. Ein weiterer Schwerpunkt für editionswissenschaft.net dürfte im editionswissenschaftlich relevanten Teil der sogenannten Computerphilologie bestehen.
Da editionswissenschaft.net eine Community-Plattform ist, welche auf die Mitarbeit der Teilnehmer setzt, gibt es keine "Redaktion" wie bei einem Periodikum, welche die Inhalte zuvor auswählen, korrigieren und absegnen würde. Die Administration regelt lediglich im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht die Zugriffsmöglichkeiten zu bestimmten Publikationsfunktionen und nimmt Inhalte vom Netz, wenn bekannt wird, daß diese gegen geltendes Recht (z.B. Urheberrechte) verstoßen. In diesem Sinne will editionswissenschaft.net keine allgemeingültige Konzeption einer Editionswissenschaft entwickeln oder vorgeben. Vielmehr soll die Plattform als offenes Forum für alle Wissenschaftler in diesem Bereich dienen.
Lesen Sie mehr unter Inhalte.
Funktionen
Sie können auf editionswissenschaft.net z.B.
- als nicht registrierter Nutzer die Artikel, Projektankündigungen, Materialien und Diskussionen auf der Plattform einsehen.
- als registrierter Nutzer sich ein sog. Nutzerprofil mit einigen Daten über sich anlegen, die etwa seinen Standort (Stadt), seine Forschungsinteressen und derzeitigen Projekte in der Editionswissenschaft betreffen. Alle diese Angaben sind vollkommen freiwillig.
- auf den Foren und zu allen Beiträgen Kommentare schreiben.
- selbst Beiträge schreiben. Hierzu müssen Sie sich von der Administration die entsprechenden Rechte geben lassen. Danach können Sie auch weiterhin direkt mit Ihrem realen Namen gezeichnete Beiträge und Informationen (etwa Termine oder Projektskizzen) auf dem Portal veröffentlichen.
- bei entsprechender Registrierung Beiträge im nichtöffentlichen Bereich für die Diskussion posten, etwa wenn eine Projektskizze noch nicht WWW-öffentlich diskutiert werden soll. Vgl. auch die vorläufigen Anmerkungen hierzu.
- bestimmte Texte zusammen mit anderen Nutzern schreiben (ähnlich wie in einem Wiki).
Lesen Sie mehr unter Inhalte, Technik, Design.
Community
editionswissenschaft.net wird zunächst von einer kleinen Projektgruppe konzeptionert, eingerichtet und betrieben (vgl. Impressum). Die Community wirkt unter projekt.editionswissenschaft.net an Konzeption, Design und Aufbau der Organisation mit.
Organisation
Im Rahmen von projekt.editionswissenschaft.net wird unter anderem eine Basis-Organisation ins Leben gerufen, welche ein Projekt-Team mit einer Gruppe "Technik und Redaktion" und einer Gruppe "Planung, Organisation und Kooperation" bilden soll. Diese beiden Projekt-Gruppen sollen auf Dauer den Betrieb gewährleisten und Entscheidungen im Sinne der Nutzer-Community treffen. Ferner soll editionswissenschaft.net Kooperationen zu anderen Institutionen und gleichgerichteten Projekten ausbilden.
editionswissenschaft.net sucht nach Freiwilligen, die sich am Projekt aktiv und dauerhaft beteiligen wollen - Wenn Sie Interesse haben, tragen Sie sich auf der Liste für das Projektteam ein!
Regeln
Die Plattform gewinnt "Leben" aus der freiwilligen Zusammenarbeit aller registrierten Nutzer. Dieses Zusammenwirken soll möglichst wenig reglementiert werden. Gleichwohl gelten eine Reihe von Nutzungsbedingungen.
- Die Nutzer verpflichten sich, urheberrechtlich geschützte Inhalte nicht ohne Genehmigung der Rechteinhaber einzustellen und auch keine anderwärts illegalen Inhalte und Materialen zugänglich zu machen. Dasselbe gilt für mit Computerviren oder anderem Schadcode versehenen Dateien oder Inhalten (vgl. Rechtliche Aspekte).
- Um solchen Fällen vorzubeugen und zu vermeiden, daß entsprechender Content nachträglich entfernt werden muß, wird es auf editionswissenschaft.net ein gestuftes Rechtesystem geben (vgl. Technische Administration). Um für die Rechtestufe zugelassen zu werden, die in vollem Umfang eigenständiges Publizieren von Beiträgen auf der Plattform erlaubt, muß sich der Nutzer mit seinem bürgerlichen Klarnamen registrieren und der Administration Bescheid geben.
- Die Nutzer verpflichten sich, die Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre anderer Nutzer zu respektieren und keine Daten oder fremde Anlagen auszuspähen.
Lesen Sie mehr zur Organisation.
Projekt-Plan
editionswissenschaft.net wird nach folgendem Zeitplan errichtet werden:
- Vorbereitungsphase (bis März 2006):
Unter projekt.editionswissenschaft.net wird die Konzeption der Plattform von der Community weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse angepaßt. Parallel wird das System für editionswissenschaft.net aufgebaut. Die Community bildet ein Projektteam. - Pre-Launch (März-April 2006):
Die bereits vorproduzierten Beiträge zum Start der Plattform werden eingestellt und die Funktionen der Software werden getestet. Fehlersuche. - Launch (Mai 2006):
Die Zugangssperren zum Hauptsystem werden gelöscht, das System wird WWW-öffentlich und in die Suchmaschinen-Listen eingetragen. Start für Werbe-Aktionen.
